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Weimar-Exkursion der Q3

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An wen denkt man als Erstes, wenn das Stichwort deutsche Literatur, deutsche Lyrik fällt?

Selbst der größte Literaturmuffel wird hier wie aus der Pistole geschossen mindestens einen der beiden größten Autoren der Weimarer Klassik nennen: Goethe und Schiller – zu recht, fanden wir als Jahrgang, und machten uns am achten November 2017 auf den Weg zu diesem ihrem Wirkungsort in Thüringen.

Nach der weniger spektakulären Ankunft auf dem Parkplatz eines Einkaufszentrums konnte man sich schon, nach nur einem kurzen Fußmarsch, immer stärker in die Zeit des ausgehenden achtzehnten und beginnenden neunzehnten Jahrhunderts hineinversetzen, in dem Johann Wolfgang von Goethe und Friedrich Schiller hier lebten und – allein oder mit Hilfe des anderen – ihre zum Teil weltberühmten Werke verfassten.

Nach einer kurzen Pause in einem der unzähligen kleinen Cafés besichtigten wir unter einer sehr kompetenten, freundlichen Führung das Haus Schillers; eines Mannes, der, wie wir erfuhren, sich nicht nur seinen Rang in der Gesellschaft (und somit auch sein Haus an der damals den Größen Weimars vorbehaltenen „Promenade“) mithilfe von Gönnern und harter Arbeit erkämpfen musste, sondern der auch ein liebevoller Familienmensch war. Denn er räumte, was sehr untypisch für die damalige Zeit war, seinen Kindern viel Zeit zum Spielen und Erleben ein. Schiller litt viele Jahre an einer schweren Krankheit, die letztlich auch für seinen Tod verantwortlich war, aber er hat viele seiner Werke noch unter dem Einfluss seiner Erkrankung verfasst.

Ungleich größer als der Wohnort Schillers war das nur wenige Meter entfernte Haus Goethes am Frauenplan. Goethe stammte aus einer angesehenen

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bürgerlichen Frankfurter Familie und war bestens ausgebildet. Schon früh war er als Minister und enger Berater des Großherzogs Carl August tätig, der ihm später auch das Haus schenkte, in dem Goethe fünfzig Jahre lang mit seiner Frau Christiane Vulpius und seinem Sohn August lebte, forschte und schrieb. Mithilfe eines Audioguides arbeiteten wir uns durch die vielen prachtvoll gestalteten Empfangszimmer des Wohnhauses (Goethe war ein großer Freund von Soiréen), aber auch durch die Privatgemächer, und sahen vor allem sein Arbeitszimmer mit angrenzender Bibliothek, in dem er unter anderem seinen ,,Faust“ fertigstellte.

Die im Anbau an das Wohnhaus gezeigte Ausstellung verriet uns dann noch einiges über Goethe als Wissenschaftler; es konnten Gesteins- und Pflanzenproben, Tierskelette und Farbpaletten für Farberkennungstests begutachtet werden, auch lagen wissenschaftliche Abhandlungen aus.

Aufgrund der Jahreszeit konnte Goethes Gartenhaus mit Park, ein für ihn sehr inspirierender Ort, nur sehr sporadisch besichtigt werden, und so traten wir am Nachmittag den durch einen Schneesturm erschwerten Heimweg an, mit einer ganz neuen Perspektive auf die Werke der beiden wohl größten deutschen Schriftsteller.

Valentina Turturo, Jahrgangsstufe Q3