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Sphärische Klänge, feierliche Gesänge und Zuhörer in großer Menge – die Weihnachtskonzerte 2014

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Stille – über 500 Personen atmen so leise, dass fast nichts zu hören ist; selbst das Geflüster über den vorangehenden Programmpunkt verstummt. Der Solist Nikolas Betzl hebt seine vier Schlägel und beginnt das erste Vibraphonkonzert in der langen Geschichte der Musik des Friedrichsgymnasiums. Sphärische Klänge entstehen im Zusammenspiel mit den Tremoli der begleitenden Streicher in der improvisierten Einleitung. Ein klingender Zauber liegt in der Luft. Dann leiten die gezupften Celli den Hauptgedanken des Satzes ein und beginnen den ostinaten Habanerarhythmus, der den Satz fast durchgehend prägt. Nun folgt ein atemberaubendes Feuerwerk des Solisten. In faszinierendem Tempo lässt Nikolas die meist vier Schlägel über das Vibraphon tanzen, setzt inmitten turbulenter Läufe und Akkordbrechungen rhythmische Akzente, die der Musik einen südamerikanischen Charme geben. Das begleitende Hauptorchester schafft es, diesen Charakter durch eigene kurze Zwischenteile und sehr pointiert gespielte Begleitung zu verstärken, bis nach einer kurzen Fermate die Ruhe der Einleitungsimprovisation wiederaufgegriffen wird und der Satz in einem jazzig angehauchten Dissonanzklang verklingt. Tosender Beifall belohnt diese außergewöhnliche Leistung am selten gespielten Instrument!

Diesen gibt es auch für die anderen Vorträge. Die jüngeren Arbeitsgemeinschaften im ersten Teil des Programms überzeugen viele Zuhörer. Bestaunt werden der in diesem Jahr sehr kompakte, dynamisch gestaltete und wohlklingend gespielte Auftritt des Vororchesters, die Mischung aus klassisch-anspruchsvoller und lockerer Musik des Mittelstufenorchesters, die gewohnt vielseitigen Beiträge der Flöten-AG und die beschwingten Weihnachtslieder des Vorchors.

Nach der Pause kommen die „Großen“: Stimmungsvolle Lieder aus dem Film „Die Kinder des Monsieur Matthieu“ werden vom in diesem Jahr gut besetzten Hauptchor vorgetragen, wobei sich in diesem Jahr vor allem jüngere Sängerinnen und Sänger mit kleinen Solopassagen auszeichnen können. Der Extrachor hat eine schöne Mischung aus deutsch- und englischsprachigen Liedern vorbereitet, mal aus der Mitte der Zuhörer heraus gesungen, mal in größerer, mal in kleinerer Besetzung, abwechslungsreich und kurzweilig. Dabei wird keineswegs deutlich, dass vor allem dieses Ensemble fast einen kompletten Generationenwechsel hinter sich hat. Gut haben sich die neuen Schüler in die kleine Gruppe eingefügt.

Das Hauptorchester verlor durch die letzten zwei Abiturjahrgänge 34 Schülerinnen und Schüler. Diesen durch die derzeit zu durchlaufende achtjährige Gymnasialzeit hervorgerufenen Aderlass überwand das Orchester mit viel Einsatz und durch das Aufstocken durch fortgeschrittene jüngere Musiker.

Neben dem oben beleuchteten Vibraphonkonzert sticht vor allem die Overtüre 1812 von Peter Tschaikowski hervor, große Musik, die empathisch mit Herz vorgetragen und nach furiosem Finale vom Auditorium mit jubelndem Beifallssturm gefeiert wird.

Nach guten Wünschen für Feiertage und Ferien wird wie in jedem Jahr ein vielhundertstimmiges „Oh du fröhliche“ angestimmt und das ereignisreiche Konzert abgerundet.

MEZ

 
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