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„Warum kann ich meinen Vater nicht sehen?“ – bewegender Besuch bei Opfern des Vietnamkrieges

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„Wir können blinde Augen nicht sehend machen, aber vielleicht einen Beitrag dafür leisten, die Lebensbedingungen zu verbessern.“ (Lennard Mekiffer, Jahrgangsstufe Q2)

Im Rahmen unseres Vietnamaustausches besuchten wir in der vietnamesischen Provinzstadt Thai Nguyen Familien, die bis in die dritte Generation Opfer des im Vietnamkrieg von amerikanischen Flugzeugen versprühten Kampfmittels „Agent Orange“ zu beklagen und zu betreuen haben. Das Gift Dioxin,

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das durch Einatmen oder Essen versuchter Nahrungsmittel zur Schädigung der Erbanlagen führte, ist verantwortlich für geistige und körperliche Behinderungen von Menschen, die von ihren Familien dauerhaft betreut werden müssen. Man schätzt, dass in ganz Vietnam an die Millionen Familien von dieser Problematik betroffen sind.

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Der vietnamesische Staat unterstützt diese Menschen zwar ein wenig finanziell, die individuelle Betreuung erfolgt durch Freiwillige, die sich in lokalen Hilfsorganisationen zusammengeschlossen haben.

Unserem Wunsch entsprechend hatte unsere vietnamesische Projektpartnerin Frau Thang den Kontakt zur lokalen Organisation angebahnt, so dass wir die im FG gesammelten Spendengelder direkt an bedürftige Familien übergeben konnten, von denen wir drei besuchten. Die tragischen Fälle und die

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Notlage der Menschen berührten uns sehr und es flossen viele Tränen.

„Warum kann ich meinen Vater nicht sehen, warum kann ich meine Mutter nicht hören“, sang der 17jährige blinde Dung Chu Sung in einer Eigenkomposition, stellvertretend für viele Opfer des Agent-Orange-Giftes.

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Uns war klar, dass unsere Spende nur „ein Tropfen auf dem heißen Stein“ war. Aber für die Betroffenen war unser Besuch ein Signal dafür, dass ihr Leid nicht vergessen ist. Gerne möchten wir bei unserem nächsten Besuch in zwei Jahren wiederkommen, mit gesammelten Spenden und dem Versuch, erneut ein wenig Trost zu spenden.

SCL