Telefon: 0561 - 77 20 31

„Tellerränder“ – ein literarisch-musikalischer Abend

Am 15.06.2012 las das Literaturcafé nicht nur vor, sondern auch über so manchen Tellerrand hinweg. Der literarische Blick schweifte über den wohl berühmtesten Küchengegenstand hin zu fremden Kulturen und Zeiten, hinein in das Zwischenmenschliche in all seinen Facetten und direkt auf den eigenen Teller.
Kultur und Zeit wurden bereits mit dem ersten Beitrag, einem Auszug aus Lisa Sees Roman „Der Seidenfächer“, aus einer ganz unbekannten, beklemmenden Perspektive betrachtet. Ebenfalls mit Amos Oz‘ „Geschichten aus Tel Ilan“ und „Okwonkwo oder das Alte stürzt“ von Chinua Achebe wurde den Zuhörern eine neue Kultur, mit ihren eigenen Regeln und Lebensvorstellungen eröffnet.
Das menschliche Leben wurde literarisch in seiner ganzen Bandbreite mit den verschiedensten Charakteren vorgestellt. Die Zuschauer ermittelten mit dem genialen Sherlock Holmes, wurden Zeugen der Geburtsstunde der Rockband „Gruppe Senf“ aus Oliver M. Schmitts „Anarchoschnitzel schrien sie“ und folgten den kritischen Gedankengängen der Protagonistin aus „Veronika beschließt zu sterben“ von Paulo Coelho.
Im besonderen Kontrast standen sich bezüglich der Grundstimmung ein Auszug aus „Jeder kann etwas“ von Jack Canfield und Klaus Heinzels Gedicht „Fremdenhass“ gegenüber, welche sich für den Glauben in die eigenen Fähigkeiten und in den gesellschaftlichen Zusammenhalt aussprechen und Umberto Ecos „Friedhof in Prag“, in welchem der Protagonist seinen Hass auf die ganze Welt zu kultivieren versucht.
Auch in sprachlicher Hinsicht blickte die vorgestellte Literatur in Form von zwei weiteren Gedichten über den Tellerrand hin zum Vermischen zweier Sprachen oder hin zu trickreichen Druckfehlern.
Nicht nur den Augen, auch den Ohren wurde eine musikalische „Tellerranderfahrung“ geboten: Mit einem Mix aus No Doubt, Justin Timberlake und zwei Akkordeonbeiträgen wurde die Grundstimmung des Themas aufgenommen und hervorragend verarbeitet.

Von Johanna Leyhe, Jahrgangsstufe 13