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Studienfahrt der Q3 nach Rom und Sorrent 2018

Für den diesjährigen Abiturjahrgang fand vor den Herbstferien der wohl am meisten herbeigesehnte Ausflug im Leben eines FG-Schülers statt: die Abschlussfahrt. Reiseziel war, ganz traditionell und im Sinne unserer altsprachlichen Ausrichtung, Italien, genauer gesagt vorerst die ewige Stadt Rom. Nach einer nervenaufreibenden und größtenteils schlaflosen Busfahrt über Nacht verbrachte der gesamte Jahrgang mit dessen Tutoren Frau Kuhn, Herrn Martin, Herrn Noll und Herrn Römer dort zwei volle Tage. In den leider überfüllten und stickigen Vatikanischen Museen blieb uns aufgrund der Menschenmassen nicht die Zeit, alle Kunstwerke in Ruhe zu bestaunen. Zu den berühmtesten Malereien zählten Raffaels „Schule von Athen“ und Michelangelos „Erschaffung Adams“ in der Sixtinischen Kapelle. Die ersten Schülerinnen und Schüler fingen an, innerhalb ihrer Tutorien Kurzvorträge zu halten, um der Bezeichnung „Studienfahrt“ gerecht zu werden. Weitere Sehenswürdigkeiten waren der Trevi-Brunnen, die Spanische Treppe, das Pantheon und natürlich der Petersdom. Ein kurzer Nieselregen bescherte uns einen Regenbogen, der sich über den Petersplatz spannte, aber insgesamt hatten wir Glück mit dem Wetter.

Der nächste Tag stand ganz im Zeichen der Antike: Wir besuchten das Colosseum und gelangten dann durch den Titusbogen aufs Forum Romanum. Nach mehr als sieben Jahren, die seit unseren Lateinanfängen vergangen sind, standen wir nun auf dem Platz, den wir in so vielen zu übersetzenden Texten schon angetroffen hatten. Und auch den Circus Maximus bekamen wir zu Gesicht, der allerdings kein touristischer Ort, sondern eine große Wiese inmitten der Stadt ist. In den etwas außerhalb gelegenen Katakomben lernten wir bei einer sehr unterhaltsamen Führung etwas über die Begräbnisstätte der ersten Christen Roms und darüber, dass die Stadt nicht immer eine blühende Metropole gewesen war, sondern mit sinkenden Einwohnerzahlen zu kämpfen hatte, nachdem sowohl der Kaiser als auch der Papst sie verlassen hatten. Abends besuchten wir zum Abschluss das Kapitol im Licht der untergehenden Sonne.

Die Ankunft in unseren Bungalows in Sorrent am Golf von Neapel stellte den Beginn des zweiten Teils unserer Reise dar. Während unseres ersten selbst gekochten Essens auf dieser Reise – meist Pasta – genossen wir die traumhafte Aussicht von unserer Terrasse aufs Meer. Die ersten gingen kurz darauf zum Strand, um zu baden oder einfach zu entspannen.

Am nächsten Tag fuhren wir zum Krater des Vesuvs, von dem zuerst leider nicht viel zu sehen war, weil er von Nebel und Regenwolken verhüllt war. Kurz bevor wir wieder umkehren mussten, lichtete sich der Nebel jedoch und gab den Blick auf den Schlund des ruhenden Vulkans und die atemberaubende umliegende Landschaft frei.

Welche zerstörerische Kraft dieser vermeintlich friedliche Gipfel allerdings haben kann, sahen wir uns an unserem vorletzten Tag an: Wir besichtigten die von Asche und Vulkangestein im Jahre 79 n. Chr. verschüttete Stadt Pompeji. Kaum eine andere Ausgrabungsstätte zeigt eine so gute erhaltene, authentische antike Siedlung. Wir staunten nicht schlecht, als wir Dinge, die man eigentlich mit unserer modernen Welt verbindet, entdeckten. Zum Beispiel gab es in Pompeji schon Fußgängerüberwege und Graffitis an den Mauern. Mit dem Forum, den Thermen, der Basilika, den kunstvollen Mosaikböden und bunt bemalten Innenräumen der Gebäude fiel es uns leichter, den Zeitraum von fast 2000 Jahren zu überwinden und sich in das Leben vor dem großen Vulkanausbruch hineinzuversetzen.

Was nach unserem Besuch in Pompeji blieb außer unseren Erinnerungen und Fotos, war vor allem Staub in Kleidung, Haaren und Augen.

Der letzte Programmpunkt vor dem Antritt unserer Heimreise waren drei ehemalige Tempel in der antiken Siedlung Paestum und das malerische Fischerdorf Agropoli mit verwinkelten Gassen und einem einmaligen Blick aufs Mittelmeer. Abends nutzten viele die Gelegenheit, zum Abschluss noch einmal die echte italienische Küche zu genießen und verbrachten einen letzten gemeinsamen Abend auf der Terrasse vor den Bungalows.

Der Tag der Abreise war mit hektischem Saubermachen und Ausräumen verbunden und einer gewissen allgemeinen Gereiztheit, sei es aufgrund von Schlafmangel, der Vorahnung einer anstrengenden und langen Rückfahrt oder wegen des Endes unserer schönen gemeinsamen Zeit.

Wir waren zwar alle froh, am Freitag um etwa 10.30 endlich Kassel zu erreichen und sowohl Schlaf nachholen zu können als auch erst einmal nicht den ganzen Tag aufeinander hocken zu können. Wir waren aber auch froh, eine schöne und besondere Abschlussfahrt ohne größere negative Zwischenfälle erlebt zu haben, an die man sich hoffentlich noch gerne erinnern wird.

Vielen Dank hiermit an unsere Lehrer und alle, die uns diese Fahrt ermöglicht und angenehm gestaltet haben.

Malin Arndt & Mara Grund