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Projekttag „Der 9. November – Schicksalstag der Deutschen?“

9. November
Auch in diesem Jahr fand wieder der traditionelle Projekttag der Fachschaft Geschichte mit dem Thema „Der 9. November – Schicksalstag der Deutschen?“ in der Q3 statt. In einem ersten doppelstündigen Block wurden kursweise die verschiedenen Ereignisse dieses schicksalsträchtigen Datums behandelt: Die Ausrufung der Republik am 9. November 1918 durch Philipp Scheidemann, deren erfolgreiche Verteidigung durch die Niederschlagung des Hitlerputsches 1923, der Reichspogrom, der auf einer diesbezüglichen Gedenkveranstaltung der Nationalsozialisten 1938 organisiert wurde, und der Fall der Berliner Mauer, durch den 1989 die Teilung Deutschlands überwunden wurde.

Dieses zeitgeschichtlich jüngste Ereignis wurde in einem weiteren doppelstündigen Block – infolge der Größe des Doppeljahrgangs – in zwei Gesprächsrunden mit Zeitzeugen vertieft. In dem von Frau Kechel moderierten Gespräch berichtete die in der DDR geborene Frau Diaz de Arce leidenschaftlich und mitreißend über das alltägliche Leben im sozialistischen Deutschland. Herr Lötzerich, Herr Opper und Herr Gimpel erzählten zudem von Erfahrungen, die sie als Bundesbürger bei einer Vielzahl von Reisen in die DDR gewonnen hatten. In dem von Herrn Neumann moderierten Gespräch beleuchtete Frau Birg die Entnazifizierung in der Frühphase der SBZ/DDR. Frau Röhling berichtete von ihrer Übersiedlung aus Mecklenburg, Herr Prässler und Herr Bärwolff von ihrer Flucht kurz vor dem Mauerbau 1961 und die aus Wittenberg stammende Frau Demski über ihre Kindheit und Jugendzeit in der DDR bis zum Mauerfall. Anhand dieser Einzelschicksale erfuhren die aufmerksam lauschenden Zuhörer, was für die Menschen die Teilung Deutschlands und die Teilung ihrer Familien sowie das Leben in der sozialistischen DDR bedeutete. Existenzielle Themen wie Angst, Freundschaft und Solidarität, der Wunsch nach Freiheit und Selbstbestimmung bzw. der Wunsch nach Konsummöglichkeiten wurden an diversen Beispielen und Anekdoten lebhaft besprochen und regten auch die aufmerksamen Zuhörer zu vielen interessierten Fragen an.

In einem letzten doppelstündigen Block wurde wieder kursweise aus den Gesprächsrunden berichtet, in kritischen Diskussionen der 9. November in der deutschen Geschichte verortet und einhellig befürwortet, diesen als Gedenktag zu begehen.

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