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„Mein verwundetes Herz“ – Martin Doerry liest aus seiner Biographie über Lilli Jahn

Anlässlich des 75. Holocaust-Gedenktages besuchte der Autor und Spiegelredakteur Martin Doerry das Friedrichsgymnasium und las aus der Biografie “Mein verwundetes Herz”. Die Schülerinnen und Schüler der Deutsch-Leistungskurse hatten sich zuvor bereits intensiv mit dem Schicksal der jüdischen Ärztin Lilli Jahn, die die Großmutter von Martin Doerry ist, auseinandergesetzt. Nach der Beschäftigung mit dem Buch selbst besuchten sie das Theaterstück, dessen Premiere am 22.01.2020 im TiF stattfand. Außerdem sammelten die Schüler an einem Projekttag in der Gedenkstätte Breitenau neue Eindrücke, aus denen kreative Texte, Gedichte und ein Film entstanden.

Das Programm wurde schließlich mit der Lesung Martin Doerrys abgerundet. Durch den persönlichen Familienbezug verlieh er den Briefen einen besonders emotionalen Charakter und vermittelte die Geschichte seiner Großmutter sehr eindrucksvoll. Im Anschluss kamen die Schüler mit Martin Doerry ins Gespräch und er lieferte einen tieferen Einblick in die Entstehung des Werkes.

Im Anschluss besuchte Martin Doerry mit den LK-Schülern das Haus in der Motzstraße, in dem Lilli Jahn mit ihren Kindern zuletzt gewohnt hatte. Einer der in Breitenau entstandenen Texte wurde verlesen und eine Rose an die Gedenktafel gesteckt sowie eine Kerze zur Erinnerung angezündet. Mit der Gedenkveranstaltung am Abend beschäftigten sich die Schüler nicht nur passiv mit dem Holocaust, sondern setzten aktiv ein Zeichen gegen Rassismus und Antisemitismus.

Der Besuch Martin Doerrys wird uns Schülern wohl noch lange in Erinnerung bleiben. Auch wenn wir das Schicksal Lilli Jahns im Vorfeld intensiv behandelt hatten und die Briefe gut kannten, sorgte Doerry für Gänsehautmomente. Mit dem Appell, es dürfe niemals einen Schlussstrich unter das Erinnern geben, richtete sich Martin Doerry an die Schulgemeinde. Ein gelungener Abschluss des Projekts.

Lena Kümmel, Q3