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Vom Mythos zum Logos – Griechisch am FG

Informationen zum Wahlunterricht
(Stand: Mai 2020)

Griechisch – Das humanistische Fach

In der griechischen Sprache sind die grundlegenden und wesentlichen Gedanken der europäischen Kultur verfasst. Die antiken Griechen haben die Grenzen der modernen menschlichen Geisteswelt in Ethik, Politik, Wissenschaft, Philosophie, Theologie und Kunst abgesteckt und damit eine Ordnung in das Chaos, in die „gähnende Leere“ einer nicht rationalen Welterfahrung gebracht.

Die Begriffe und Fragen griechischer Denker sind daher immer aktuell. Wer sich mit der griechischen Literatur und Kultur beschäftigt, beschäftigt sich mit den existenziellen Bedingungen des Menschen im Allgemeinen. Griechisch ist damit das philosophische Fach am FG. Die alles bestimmende Frage nämlich ist die nach dem gelingenden Leben, nach dem Glück (Eudaimonia). Darum geht es letztlich in allen Texten, die im Unterricht gelesen werden. Denn sie verlangen die Auseinandersetzung mit folgenden Themen:

  • Wie ist die Welt? Ist alles ein zufälliges Geschehen oder Ergebnis göttlichen Wirkens?
  • Was ist der Mensch? Was bestimmt ihn, Vernunft oder Trieb?
  • Was heißt es, „gut“ und „glücklich“ zu leben?
  • Sollte ich immer gerecht handeln?
  • Ist die Demokratie die beste Staatsform?
  • etc.

Die Grenzen menschlichen Strebens, Erkennens und Wirkens und der Umgang damit, sind das durchgängige Thema. Der Mensch steht im Mittelpunkt, der Mensch zwischen Wissensdrang und Skepsis, zwischen Vernunft und Eros, zwischen Logos und Mythos, zwischen Leben und Tod.

Griechisch am FG – Ein grober Überblick über Struktur, Themen und Autoren

Die Liste der behandelten Autoren liest sich wie das „Who is who“ der Weltliteratur. Wahrscheinlich bietet sich nun die einmalige Gelegenheit im Leben eines jungen Menschen zu einer direkten Erfahrung der Texte von Homer, Thales, Heraklit, Pythagoras, Herodot, Platon, Aristoteles, Sophokles, Euripides, der den Texte des Neuen Testaments, des Hippokratischen Eides etc. Das ist natürlich eine Herausforderung. Aber keine Sorge: Der Unterricht ist so organisiert, dass die Inhalte mit den Schülern wachsen.

Jahrgänge 9 und 10 (Lehrbuch)

Hier erlernen die SchülerInnen durch die Lehrbücher „Xenia“ oder „Kantharos“ die griechische Sprache wie im Lateinischen, d.h. anhand der Übersetzung von Lektionstexten und Übungen. Den Schwerpunkt bilden hier vor allem die Mythen und die Götterwelt, Philosophie (Sokrates, Platon etc.) und Geschichte. Die Schüler lernen dabei auch zentrale Orte griechischer Kultur kennen (Kreta, Mykene, Olympia, Korinth etc.) – eine gute Vorbereitung auf die Griechenlandfahrt.

Sokrates
(469-399 v. Chr.)

E-Phase (beginnende Lektüre)

  • Die Vorsokratiker (Thales, Heraklit, die Atomlehre Demokrits) – die Basis unserer modernen Physik.
  • Ausschnitte aus dem Liebesroman „Daphnis und Chloe“ voller Wonnen und Sorgen der ersten Liebe.
  • Die Apologie des Sokrates und damit der programmatische Urtext westlicher Philosophie mit seiner grundsätzlich kritischen Fragehaltung gegenüber Traditionen und Autoritäten.

Achill und Patroklos
(Szene aus der Ilias)

Q-Phase (Lektüre)

  • Odyssee oder Ilias von Homer,
  • Philosophische Texte von Platon,
  • eine Tragödie von Sophokles oder Euripides,
  • die Historien des Herodot.