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In des Dichters Denkstube – Weimarexkursion der Q3

Am 24. Oktober 2018 brachen die Deutschkurse des Abiturjahrgangs zu einer Exkursion nach Weimar auf, um einen persönlichen Eindruck vom bedeutendsten Schaffensort großer deutscher Literaten zu erhalten. Unter Begleitung der DeutschlehrerInnen Frau Jakubowsky, Frau Dr. Arnold-Prüfer und Herrn Stute besuchten die einzelnen Kurse abwechselnd Goethes Residenz am Frauenplan sowie das angegliederte Nationalmuseum und Schillers Wohnhaus in der nach ihm benannten Schillerstraße.

Ein Audioguide lieferte Erläuterungen über die Nutzung der Wohnräume Johann Wolfgang von Goethes, ihre farbliche (Um)gestaltung, der er Zeit seines Lebens große Bedeutung beimaß, und seine dort verbrachten Jahre. Über den Innenhof führte ein Rundgang erst durch die der Straße zugewandten Gesellschaftsräume, in denen der Dichter die unterschiedlichsten Gäste empfing, um sich dort mit diesen über vergangenes und gegenwärtiges Weltgeschehen auszutauschen. Den Übergang zu den im hinteren Teil gelegenen privaten Räumlichkeiten stellte das eigens zu diesem Zweck von Goethe in Auftrag gegebene Brückenzimmer dar. In diesem sind noch heute Abbilder zahlreicher antiker Plastiken zu bestaunen. Weiter ging es durch den Wohnbereich der Christiane Goethe und ihrer Kinder und Angestellten zu des Dichters Denkstube. Dort wurde nicht nur seinen berühmtesten Charakteren wie Faust und Mephisto Leben eingehaucht, sondern auch vielfältige Studien, unter anderem zur Farbenlehre, betrieben. Zuletzt konnte man einen Blick in das angrenzende Schlafzimmer, in dem Goethe auch verstarb, werfen; die an der Rückseite gelegenen Fenster zeigten den liebevoll angelegten Garten mitsamt Gartenhaus, in dem die Mineraliensammlung untergebracht war.

Teile dieser Sammlung sind im Nationalmuseum zusammen mit weiteren Arbeiten Goethes und auch anderer Künstler ausgestellt. Hier zeigte sich nochmals die Vielfalt seiner Interessen und seines Schaffens.

Zwischendurch blieb Zeit für eine Mittagspause, in der alle Schüler die Gelegenheit bekamen, die Stadt auch auf eigene Faust zu erkunden.

Im Schillerhaus lernten wir bei einer Führung Friedrich Schiller von seiner Seite als Familienmensch und Workaholic kennen. Tatsächlich hatte Schiller ein besonderes Faible für bunt gemusterte und sündhaft teure Tapeten. Im lockeren und liebevollen Umgang mit seiner Familie verdeutlichte sich ein gewisser Bruch mit den damaligen Konventionen. Nachdem er nach schwerer Krankheit 45-jährig verstorben war, wurde das Haus nach und nach für Besucher zugänglich. Nicht zuletzt dank Goethe, dem viel daran gelegen war, den Ruf seines Freundes Schiller ebenso wie seinen eigenen für die Nachwelt zu erhalten, sind Schillers Werke auch noch in der heutigen Zeit bekannt.

Dass sowohl Goethe als auch Schiller zu den bedeutendsten deutschen Literaten zählen, verdeutlicht die vor dem Weimarer Nationaltheater aufgestellte Bronzestatue, die die beiden als einander ebenbürtig darstellt.

Im Namen des gesamten Jahrganges möchten wir uns bei unseren DeutschlehrerInnen für die Organisation und die Begleitung des Ausfluges bedanken.

 

Von Malin Arndt & Mara Grund, Q3