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„Egal, was kommt – es wird gut!“: Grandioser Auftakt zu den Sommerkonzerten des Friedrichsgymnasiums

Ein musikalisches Glanzstück der Extraklasse präsentierten die Ensembles des Friedrichsgymnasiums zum Auftakt der diesjährigen Sommerkonzerte am Donnerstag, 14. Juni 2018 (Folgetermin: Freitag, 15.Juni 2018) ab 18.30 Uhr in der sehr gut besuchten Schulaula.

Die musizierenden Schülerinnen und Schüler erfreuten das begeisterte Publikum mit einem sommerlichen Melodienstrauß aus Werken von mittelalterlicher und klassischer Musik über Ragtime und Jazz bis hin zu aktuellen Songs aus Rock und Pop. Mit dieser bunten Vielfalt korrespondierten die heiteren Fotoimpressionen, welche als Projektionen das gerade erst vergangene Schulfest vom 8. Juni in Erinnerung riefen.

Einen gelungenen Anfang machte das Vororchester unter der Leitung von Musiklehrer Daniel Schäfer mit Beethovens eingängiger „Sonatine in G-Dur“, dem geheimnisvollen „The Medallion Calls“ aus dem Kinoklassiker „Fluch der Karibik“ sowie zwei heiteren Cowboysongs.

Dass festliche Barockmusik und beschwingter Ragtime einen reizvollen musikalischen Kontrast bilden können, bewies im Anschluss das Mittelstufenorchester (Leitung: Eduard Menzel). Der feierliche, volle Klang von Jeremiah Clarkes „Trumpet Voluntary“ wurde von den fröhlich synkopierten Rhythmen des „Maple Leaf Rags“ von Scott Joplin abgelöst.

Musikalische Abwechslung boten auch die Flötenensembles: In der stimmungsvollen Interpretation des bekannten Wiegenliedes „Summertime“ aus Gershwins Oper „Porgy and Bess“ kam besonders die neue Großbassblockflöte, eindrucksvoll gespielt von Thomas Schur, zur Geltung. Auch das „Menuetto“ aus Schuberts 5. Sinfonie überzeugte sowohl durch lyrisch gestaltete als auch scharf akzentuierte Partien. Mit einer dynamisch nuancierten, sehr humorvollen Interpretation des bekannten Big-Band-Stückes „In The Mood“ verabschiedeten sich unsere Abiturientinnen und Abiturienten aus dem Ensemble.

Wie ein sinnfälliges Motto erschien da die Liedzeile, die der Vorchor im Anschluss unter der Leitung von Martin Kratzenberg flott und lebendig intonierte: „Egal, was kommt, es wird gut!“ (Mark Forster, „Sowieso“). Strahlende Gesichter und Stimmen präsentierten die Fünft- und Sechstklässler auch beim Song „Alles nur geklaut” von den „Prinzen“. Ein Dank gilt unserer ehemaligen Schülerin Mariele Bunk für ihre souveräne und einfühlsame Klavierbegleitung.

Gleiches gilt für unsere Abiturientin Caroline Arnold, die schließlich den Hauptchor (Leitung: Nicole Jukic) stilsicher und sensibel am Klavier unterstützte: Sowohl Edvard Griegs Lied „Er det ein sumer?“ als auch Ed Sheerans Pop-Ballade „Photograph“ überzeugten durch den transparenten, mehrstimmigen Gesang und den inspirierten, beseelten Vortrag der Sängerinnen und Sänger. Ein verdienter, jubelnder Applaus leitete die Pause ein.

Temperamentvoll startete die Big Band unter der Leitung von Daniel Schäfer in die zweite Programmhälfte. Bei Duke Ellingtons Jazz-Standard „It Don’t Mean A Thing“, John Williams Ragtime-Adaption „Cantina Band” und dem mitreißenden „Uptown Funk” (Mark Ronson / Bruno Mars) konnte niemand mehr still sitzen. Zum dynamischen Groove trug insbesondere die große Spielfreude der Solisten bei, von denen an dieser Stelle – stellvertretend für alle anderen – Felix Schmidt (Jahrgangsstufe 8, Trompete) und Maria Kraechter (Jahrgangsstufe 6, Drums) genannt seien.

Neue, ungewohnte Klangimpressionen bot danach der Extrachor. Chorleiterin Nicole Jukic präsentierte mit Ernst Kreneks „Der Sommer“ aus seinem Werk „Die Jahreszeiten“ einen großartig und sauber intonierten modernen Chorsatz, gefolgt von einem mittelalterlichen Werk des Trouvères Adam de la Halle, eindrucksvoll gesungen von vier männlichen Solisten des Ensembles. Im effektvollen Kontrast dazu stand die Interpretation von Claude Débussys „Claire de Lune“ für Frauenstimmen – ein interessantes Arrangement des ursprünglichen Klavierwerks, dessen durchscheinende Melodik durch den zarten Gesang und die filigran ausgestaltete Klavierbegleitung von Nils Eckart strahlende Akzente erhielt. Mit einer rasant und differenziert einstudierten Interpretation des „Queen“- Evergreens „Bohemian Rhapsody“, dynamisch nuanciert und – insbesondere im bewegten und gesanglich anspruchsvollen Mittelteil – versiert vorgetragen, verabschiedete sich auch ein Großteil des Extrachors: Mit einer Rose für die ausscheidenden Sängerinnen und Sänger bedankte sich Nicole Jukic für deren großes Engagement. Gedankt sei an dieser Stelle auch Lukas Hofmann von der Universität Kassel für die anspruchsvolle Klavierbegleitung.

Einen unvergesslichen Eindruck hat auch der letzte Programmpunkt des Abends hinterlassen:

Begleitet vom weichen, warmen und reinen Klang des Hauptorchesters (Leitung: Eduard Menzel), ließ Valentin Menzel bei Beethovens „Romanze für Violine und Orchester“ seine Geige singen. Sowohl beim lyrischen Hauptthema als auch im eher dramatisch geprägten Mittelteil des Stückes bewies der junge Solist sein musikalisches Können: Beseelt vorgetragene, gesangliche Passagen wechselten sich ab mit sauber intonierten, sicheren Läufen, so dass Violine und Orchester eine wunderbare Einheit bildeten. Temporeich ging es dann weiter: Mit großer Präzision setzte das Hauptorchester zur „Polka“ aus Smetanas Oper „Die verkaufte Braut“ an und überzeugte mit einer kraftvollen, dynamischen Ausgestaltung, die sich gegen Ende in ein jubilierendes Crescendo steigerte.

Welch wichtige Bedeutung Schlaginstrumente haben können, bewiesen die beiden letzten Stücke des Abends: Sowohl im Medley aus dem Musical „The Lion King“ als auch in der imposanten Filmmusik zu „Game of Thrones“ durften Niklas Korff und Markus Blumenstein nicht fehlen, deren Präzision beim Spiel des Schlagwerks nachhaltig imponierte. Mit der majestätisch und effektvoll vorgetragenen Titelmusik von „Game of Thrones“ hatten sich die Abiturienten ein Werk gewünscht, welches ihrem Abschied einen würdevollen Rahmen bot.

Das Publikum belohnte die überzeugenden und inspirierenden musikalischen Leistungen der Schüler-Ensembles mit einem begeisterten, lang anhaltenden Applaus.

Unser Dank gilt allen Musizierenden – es war ein großartiges Konzerterlebnis!

JAK

14. Juni 2018

Fotos: Kai Seeger

15. Juni 2018

Fotos: Kai Seeger