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Abschlussfahrt nach Rom und Sorrent 2017

Nach über 20 Stunden Busfahrt und einer eher schlaflosen statt erholsamen Nacht hatten wir das erste Ziel erreicht – Italiens Hauptstadt. Die Hitze schlug uns beim Aussteigen entgegen und die Vorfreude auf die nächsten Tage stieg immer mehr. Das schlechte Wetter in Kassel ließen wir für die nächste Woche hinter uns und waren gespannt auf das Programm, das uns erwartete. Nach dem Beziehen des Quartiers, ein nahe des Bahnhofs gelegenes Hotel, erkundeten wir die Stadt und erkannten neben zahlreichen Sehenswürdigkeiten wie des Trevi-Brunnens oder der Spanischen Treppe auch, dass Rom sehr voll und die Luft wegen des vielen Verkehrs sehr verdreckt ist. Jedoch machte die Atmosphäre und das entspannte und romantische Flair jede Unannehmlichkeit wieder wett.

Am nächsten Tag, erholt und ausgeschlafen, trennten sich die Kurse und besuchten unabhängig voneinander das Forum Romanum, teilweise den Bocca della Verita sowie am späten Nachmittag das Collosseum und einige Kirchen. Beeindruckende Bauwerke übertrafen die Erwartungen, die Geschichten hinter den Gebäuden und Statuen, die wir ansahen, waren spannend und alte Steine und Ruinen wurden plötzlich zu einer lebhaften Vorstellung davon, wie die Römer der alten Zeit über das prachtvolle Forum Romanum flaniert waren oder bei den Spielen im Collosseum leidenschaftlich mitgefiebert hatten.

Für den Samstag war ein Besuch im Vatikan geplant. In kleinen Gruppen wanderten wir quer durch Rom zum Ort des Geschehens und konnten individuell entscheiden, was wir uns ansehen wollten. So bestand beispielsweise die Möglichkeit, die vatikanischen Museen zu bestaunen, die in der sixtinischen Kapelle münden, unter anderem bemalt von dem weltberühmten Renaissancekünstler Michelangelo. Andererseits konnte man die Engelsburg besuchen oder nach langem Anstehen den Petersdom bestaunen. Später am frühen Abend trafen wir uns größtenteils auf dem Monte Pincu, von welchem man eine grandiose Aussicht über ganz Rom hat und mit der untergehenden Sonne begaben wir uns je nach Vorhaben der individuellen Abendgestaltung zurück in unsere Unterkunft.

Am Sonntag endete unser Aufenthalt in Rom schon und nachdem man sich gerade an die vielen Menschen und die schlechte Luft gewöhnt hatte, stiegen wir wieder in unseren Bus und wurden über einen kleinen Zwischenstopp Richtung Sorrent kutschiert. Der kurze Halt galt den Katakomben von St. Domitilla, die sich über 17 Kilometer erstrecken und sich außerhalb der römischen Stadtmauern befinden. Während der Wanderung durch einen kurzen Abschnitt der unterirdischen Grabkammern konnten wir sowohl geöffnete als auch noch geschlossene, rechts und links in die Wände eingelassene Gräber begutachten. Die dunklen, niedrigen und engen Gänge führten in Sackgassen, jede Menge Verzweigungen und weitere Etagen, in denen es sicher nicht schwer ist, sich früher oder später zu verlaufen. Jedoch verließen wir die Grabkammern ohne Verluste und führten die Reise Richtung Mittelmeer fort.

Angekommen in unseren Bungalows mit Blick direkt auf das Meer, versteckt hinter einer kleinen Olivenplantage und umgeben von Gebirge, unternahmen wir an diesem Tag nichts mehr, kochten und aßen gemeinsam und genossen die gemeinsame Zeit.

Der nächste Tag wurde dafür umso länger und ereignisreicher. In aller Frühe brachen wir auf, um den Vesuv zu besteigen. Mit mehreren Bussen, dem allseits beliebten Transportmittel, wurden wir bis fast an die Spitze gefahren, sodass wir nur noch einige Höhenmeter zurücklegen mussten, um die Kuppe zu erreichen und sowohl einen Ausblick über Neapel genießen als auch in das Innere des Vulkans blicken zu können. Nach einem kurzen Aufenthalt führten wir die Fahrt fort und gelangten am frühen Nachmittag nach Paestum, einer alten Siedlung mit mehreren Ruinen und einigen gut erhaltenen griechischen Tempeln. Den Nachmittag konnten wir nach einer umfangreichen Führung über das Gelände durch einige Schüler/innen dort verbringen, uns des schönen Wetters erfreuen und die angenehme Atmosphäre auf dem Gelände der alten Siedlung genießen oder ein Eis essen gehen.

Der Plan für den letzten ganzen Tag, der uns auf der Abschlussfahrt blieb, war, uns Pompeji anzusehen. Vergraben von der Asche des Vesuvs, der im Jahr 79 n. Chr. ausgebrochen war, dessen Lavastrom die zehn Kilometer entfernte Stadt nicht erreicht hatte, sind die Ruinen der Stadt fast 2000 Jahre später noch in einem sehr guten Zustand erhalten. Ein Spaziergang durch einen Teil der Stadt ermöglichte uns einen Eindruck von den damaligen Wohn- und Alltagsgewohnheiten. Neben atemberaubenden Mosaiken, die die Böden und Wände einiger Ruinen zierten und den gut erhaltenen Abdrücken von in der Asche verstorbenen Menschen, konnten wir die gesamte Größe der einst verschütteten Stadt gar nicht gänzlich erfassen und gaben uns mit einem Eindruck zufrieden. Der Nachmittag stand uns schließlich zur freien Verfügung – einige besuchten den der Unterkunft nahe gelegenen Strand und badeten in der Sonne und im Meer. Beendet wurden dieser Tag und auch offiziell die gesamte Abschlussfahrt mit einem letzten, von den begleitenden Lehrern Bonas, Maxara, Pauly und Weigand organisierten Treffen, bei dem wir bei einem landesüblichen Getränk und kleinen Snacks beisammen saßen. Ein letztes Mal genossen wir den Blick auf die erleuchtete Stadt und das ruhige, reflektierende Meer, die wir vom Hang des Berges gut im Blick hatten.

Die gesamte Reise und das Besuchen aller Sehenswürdigkeiten wurden unterstützt von Vorträgen, die die Schüler vorbereitet hatten, wodurch wir zu jedem Ort wissenswerte Informationen bekamen und uns die Ereignisse besser vorstellen konnten. Auch die Lehrer trugen zum besseren Verständnis der Sehenswürdigkeiten bei und unterstützten uns beim Erkunden von Rom und Sorrent.

Insgesamt hatten wir eine angenehme Abschlussfahrt mit sonnigem Wetter, vielen neuen Eindrücken, Spaß und abenteuerlichen Unternehmungen. Auch die langen Busfahrten stellten kein schwerwiegendes Problem dar und zusammenfassend kann man diese Fahrt als sehr erfolgreich und schön beschreiben.

Sofie Höfert, Q3