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Gesprächskonzert mit dem Voglerquartett – eine gelungene Zumutung

Musik2

Im Rahmen der 12. Nordhessischen Kindermusiktage mit dem Voglerquartett kamen die vier international bekannten Musiker am 8. März in das Friedrichsgymnasium. Vor über 100 Schülern der Musikklassen 5 bis 8 im dichtgedrängten Musikraum der Schule hatte das Streichquartett den Mut,  unsere Schüler mit der Faszination der modernen Streichquartettmusik des 20. und 21. Jahrhunderts zu konfrontieren. Diese „Zumutung“ kann getrost als vollständig gelungen bezeichnet werden. Die ungewohnten Klänge spannten sich durch die kurzweilige Stunde, und die Schülerinnen und Schüler waren größtenteils gebannt und konzentriert bei der Sache. Neben Schulhoffs extrovertiert anmutender Tanzmusik des Eröffnungsstückes wurde eine überwältigende Vielfalt an musikalischen Stilen der Moderne aufgeführt: Eine kurze Bagatelle von Webern von ca. 30 Sekunden ebenso wie eine nahezu bewegungslose Klangflächenkomposition von Cage (5 Minuten), wirbelnde, percussive Musik von Penderecki, bei der man gar nicht genau weiß, ob ein Cello eher zu den Schlaginstrumenten oder zu den Streichern gehört, genauso, wie eine Komposition, die vor einigen Jahren extra für das Voglerquartett komponiert wurde. Garniert waren die meisterhaft gespielten Werke von Erläuterungen und kurzen Klangbeispielen zu den Spieltechniken der modernen Musik. Sowohl der Blick in eine graphische Partitur als auch die Kunstfertigkeit des Cellisten auf allen Teilen seines Cellos – an verschiedenen Stellen der Saiten, an allen Holzelementen des Instruments oder sogar am Stachel aus Metall –  musikalische Klänge zu produzieren, sorgten für gebannte Stille.

Die vier Musiker waren von der überwiegenden Konzentrationsfähigkeit ihres jungen Publikums sehr beeindruckt und so kann gewiss das Fazit gezogen werden, dass wir an diesem Vormittag einer sehr erfolgreichen Vorstellung von Musikvermittlung beiwohnen konnten und dass sich der Mut, unbekannte und eigentlich schwer verständliche moderne Musik in den Mittelpunkt dieser Stunde zu setzen, für unsere Schülerinnen und Schüler genau richtig war.

MEZ