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Genetischer Fingerabdruck – Projekttag LK Bio

Abschließend zu dem Thema „Genetik“ aus der Q1 hatte der Biologie-LK der Q2 von Frau Pauly am vergangenen Montag einen ganztägigen Projekttag zum „Genetischen Fingerabdruck“ erleben dürfen. Unterstützt wurden wir dabei von Anna und Sascha, zwei Studenten von der Universität Kassel. Gleich morgens um 7:30 Uhr fanden sich einige fleißige Helfer, die die schweren Laborgeräte nach oben in den Biologieraum trugen.

Doch was ist ein „Genetischer Fingerabdruck“ überhaupt?

Der Genetische Fingerabdruck ist ein molekularbiologisches Verfahren zur individuellen Identifizierung von Lebewesen. Man testet auf ein bestimmtes Merkmal, von dem man hinterher weiß, ob es homo- oder heterozygot vererbt wird (also rein- oder mischerbig). Es reichen winzige Spuren von Erbmaterial (DNA) aus, wie z.B. Blutspuren an Glassplittern oder Wurzeln ausgefallener Haare. Eingesetzt wird dieses Verfahren vor allem in der Strafverfolgung und bei Vaterschaftstests. Bei eineiigen Zwillingen funktioniert dieses Verfahren nicht, da sie die gleichen Erbanlagen besitzen.

Jedoch geht es bei dem Genetischen Fingerabdruck eigentlich nicht um Gene, denn höchstens 10% der DNA sind Gene. Der gesamte Rest übernimmt regulative Aufgaben, oder übernimmt nach heutigem Erkenntnisstand keine Aufgaben. Diese nichtcodierenden Abschnitte sind für den „Fingerabdruck“ entscheidend.

Zuerst müssen Zellen aus Gewebe oder Sekreten gewonnen werden. Nachdem wir durch Gurgeln von Wasser genug Zellen der Mundschleimhäute gelöst hatten, wurde nach zahlreichen Arbeitsschritten, wie Pipettieren und Zentrifugieren und einer Gelelektrophorese und vielen aufschlussreichen Stunden endlich ein Ergebnis sichtbar.

Interessant war auch, dass bei manchen Schülern kein eindeutiges Ergebnis festzustellen war, da durch Unachtsamkeit die DNA mit der des Nachbars vermischt wurde, oder die DNA während des Versuches verloren ging.

Die Wartezeiten beim Zentrifugieren, oder Verdampfen von Wasserresten wurden sinnvoll genutzt, indem wir genau über die einzelnen Schritte und deren Notwenigkeit und Zweck sprachen oder Pause machten.

Insgesamt war der Projekttag eine lohnenswerte und anregende Abwechslung zum Schulalltag.

Nils Eckart Q2