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Eröffnung der Ausstellung „Die Würde des Menschen – Stéphane Hessel“

hessel

Am 01.11.2016 fand in der 7./8. Stunde in der Aula des Friedrichsgymnasiums die Eröffnung der Wanderausstellung „Die Würde des Menschen – Stéphane Hessel“ statt, welche unter der Schirmherrschaft der ehemaligen Ministerpräsidentin des Landes Thüringen, Christine Lieberknecht, steht.

In zahlreichen Bildern und Dokumenten wird nun bis zum 10.11. Hessels außergewöhnlicher Lebenslauf im Foyer ausgestellt. 

Zunächst – nach einer musikalischen Begrüßung von Nicole Friesen (Klasse 5e) – führten die Ansprachen Herrn Dr. Schöppners und Petra Friedrichs, der Stadtverordnetenvorsteherin, in die Thematik des Widerstands und des „Sich-Empörens“ ein, wie es Stéphane Hessel in seiner 2010 verfassten Streitschrift „Indignez-vous“ (Empört euch) an die Leserschaft vermitteln will.

Daraufhin erläuterte Prof. Dr. Jörg Requate von der Universität Kassel die Grundzüge von Hessels Lebenslauf: Hessel – aus Berlin stammend – wanderte bereits als Kind mit seinen Eltern nach Paris aus und sah ein erfolgreiches Leben vor sich, was jedoch durch den Kriegsbeginn 1939 und den deutschen Angriff auf Frankreich 1940 jäh unterbrochen wurde. Er wurde zum Militär eingezogen, schloss sich aber – von der Kollaborationsregierung Pétains abgestoßen – dem Widerstand in London um General Charles de Gaulle an. Auf kontinentaleuropäischem Boden wurde Hessel jedoch von der Gestapo festgenommen und in das Konzentrationslager Buchenwald verschleppt. Nach mehreren Fluchtversuchen gelang es ihm schließlich, in die Hände der Alliierten zu fallen.

In den Nachkriegsjahren trat Hessel in den diplomatischen Dienst ein und war unter anderem Teil der Kommission zur Ausarbeitung der „Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte“ von 1948. Bis ins hohe Alter blieb Hessel politisch engagiert.

Nach einem kurzen Ausschnitt aus dem Film „Der Diplomat – Stéphane Hessel“ und einer Kurzlesung des französischen Originals von „Indignez-vous“ trug Paul Leuck, pensionierter Gymnasiallehrer und Mitglied des „Frankreichforum Hessen“, eine eindrucksvolle Rede zu den wahren Ursachen der heutzutage in aller Munde befindlichen Flüchtlingskrise vor: Er ging dabei auf das Verhalten Europas gegenüber der „Dritten Welt“ ein, welches die eigentlichen Fluchtursachen hervorruft.

Zum Ende der Veranstaltung – nach einem musikalischen Zwischenspiel von Valeria Schloss (Klasse 7e) – hielt Wolfgang Knappe, Kurator der Wanderausstellung, zur inhaltlichen Abrundung eine kurze Rede, in der es um den Verlauf von der Idee zur praktischen Umsetzung einer solchen Veranstaltung ging – inklusive allen offiziellen Hürden und Erschwernissen.

Insgesamt vermittelte die Ausstellungseröffnung besonders durch die eindrucksvollen Beiträge der Referenten ein gutes Bild von Stéphane Hessels Lebenswerk und der zeitlosen Botschaft, die er uns mit auf den Weg geben möchte.

 

Edwin Bogdan, Jahrgangsstufe Q3