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Ein Jahr zwischen Smartboard und Sauna

Lena Kümmel unterstützt seit ihrem Auslandsjahr andere Austauschschüler

 

Kassel – In der Sauna entstehen die besten Gespräche. Das ist eine von unzähligen interessanten Erfahrungen, die Lena Kümmel bei ihrem Schüleraustausch vor zwei Jahren gemacht hat. Die 17- Jährige war mithilfe der Organisation Youth For Understanding (YFU) ein Jahr lang in Finnland. Seitdem engagiert sie sich ehrenamtlich für den Verein. Über ihre Lieblingsband Sunrise Avenue, die aus Finnland kommt, sei auch ihr Interesse an finnischer Kultur und Sprache geweckt worden, erzählt Lena Kümmel. Schnell war für die Schülerin des Friedrichsgymnasiums klar: Sie möchte das nordeuropäische Land besser kennenlernen. So fiel die Entscheidung für einen Schüleraustausch. „Ich wollte vorher ein bisschen Finnisch lernen und habe einen Sprachkurs an der VHS gemacht“, erzählt Lena Kümmel. Die Sprache stellte sie allerdings vor ungeahnte Herausforderungen: „Es gibt im Finnischen 16 Fälle und die Grammatik ist ganz anders aufgebaut.“ Mit ihrer Gastfamilie habe sie aber von Anfang an hauptsächlich Finnisch gesprochen, wodurch sich ihre Sprachkenntnisse enorm verbessert hätten. Mit ihrer Gastfamilie in Vantaa, rund 20 Kilometer nördlich von Helsinki, habe sie sich sofort gut verstanden, erzählt Lena Kümmel. Einige Vorurteile über Finnen hätten sich mit der Zeit bestätigt. So zum Beispiel das Klischee, dass die Menschen eher ruhig sind. „Auf den ersten Blick wirken die Finnen ein bisschen zurückhaltend, aber wenn man sie erst mal kennenlernt, sind sie total weltoffene und hilfsbereite Menschen.“ Auch die Sache mit der Sauna kann die Schülerin bestätigen: „In der Sauna tauen die Finnen auf, da entstehen die besten Gespräche.“ Das Jahr in Finnland war für sie eine spannende Erfahrung, davon ist die Schülerin überzeugt. „Ich habe Freunde auf der ganzen Welt, man reift in der Zeit und man lernt viele tolle Menschen kennen.“ Seit ihrer Rückkehr nach Deutschland engagiert sich Lena Kümmel ehrenamtlich bei Youth For Understanding. Damit möchte sie andere Austauschschüler unterstützen. Sie führt Gespräche mit Schülern, kümmert sich um Vorbereitungstagungen vor dem Austausch und organisiert Sprach- und Orientierungskurse. Die Kurse helfen ausländischen Schülern, sich auf ein Auslandsjahr in Deutschland vorzubereiten. Außerdem vertritt Lena Kümmel YFU auf Messen und leitet den Stammtisch für ehemalige Austauschschüler in Kassel. Für die Schülerin steht fest: Ohne Ehrenamtliche würde der Verein nicht funktionieren. „Das Ehrenamt macht glücklich, weil man das Gefühl hat, etwas bewirken zu können und gebraucht zu werden“, sagt Lena Kümmel. Schon vor ihrem Auslandsjahr war sie ehrenamtlich aktiv: Rund zwei Jahre lang hat sie beim therapeutischen Reiten ihres Reitvereins geholfen. Einen konkreten Berufswunsch hat sie noch nicht, kann sich aber vorstellen, im sozialen Bereich zu arbeiten. Im vergangenen Jahr hat Lena Kümmel einen Sprachkurs für thailändische Schüler in Kassel organisiert. Dieses Jahr arrangiert sie den Kurs für japanische Schüler. Die wichtigste Aufgabe ist dabei, Gastfamilien zu finden.

HINTERGRUND Für den dreiwöchigen Sprach- und Orientierungskurs für japanische Schüler sucht YFU noch Gastfamilien in Kassel. Grundsätzlich könne jede Familie Gastschüler aufnehmen, sagt Lena Kümmel vom Verein. Der Kurs soll vom 18. August bis 7. September stattfinden. Die Schüler besuchen täglich von 9 Uhr bis 16 Uhr den Kurs, die restliche Zeit sollen sie einen Einblick in den normalen Familienalltag der Gastfamilien bekommen. Die Schüler sind zwischen 15 und 18 Jahre alt. Wer Interesse hat, japanische Gastschüler bei sich aufzunehmen, sollte sich bis 8. Mai bei Lena Kümmel melden, telefonisch unter 01 73/8 29 16 03 oder per E-Mail an lena.kuemmel@yfudeutschland. de Weitere Informationen zum Verein gibt es im Internet unter yfu.de

Quelle: HNA vom 27.04.2019

Autorin: Lilli Elsebach