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Besichtigung der VESTOLIT GmbH & Co. KG im Chemiepark Marl

Am 14. Mai ermöglichte die VESTOLIT GmbH & Co. KG dem Chemie-Leistungskurs und einigen Chemie-Grundkurs-Schülern den Chemiepark Marl zu besuchen und die Herstellung und Anwendung von PVC zu besichtigen.

Nach einer kurzen Begrüßung und Einführung über den Chemiepark Marl durch Herrn Weinmann (VESTOLIT, Leiter Produktion Services), begannen wir mit der Anlagenbesichtigung. Das war nur per Bus möglich, da das Gelände mit mehreren angesiedelten Unternehmen zu groß ist, um eine umfassende Besichtigung zu Fuß durchzuführen.

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Den ersten Stopp machten wir in der Membranelektrolyse der VESTOLIT (siehe Bild). Hier wird aus einer Salzlösung und Strom (Ausgangsstoffe) Chlor gewonnen. Das Chlor ist ein wichtiger Grundstoff für die PVC-Herstellung. Die Nebenprodukte Natronlauge und Wasserstoff werden als erneuter Ausgangsstoff an die chemische Industrie innerhalb und außerhalb des Chemieparks weitergeleitet, damit ein möglichst umweltschonender Kreislauf zustande kommt.

Als zweites durften wir die Steuerungszentrale der Vinylchlorid-Anlage und der Alkylchlorid-Herstellung besichtigen. Beeindruckend war die sehr anspruchsvolle Arbeit der Mitarbeiter, die mit Hilfe des Prozessleitsystems computergesteuert die Anlagen überwachen und im Falle von Abweichungen von Vorgabewerten korrigierend eingreifen.

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Nach einer guten Stunde Mittagspause mit leckerem Essen wurde mit der Besichtigung der Anwendungstechnik (siehe Foto) auch schon der letzte Teil eingeläutet. Hier werden aus den hergestellten PVC-Pulvern Probeprodukte gefertigt, um die Qualität des PVC’s und Anwendungsbeispiele demonstrieren zu können. Besonders interessant waren dabei die Fensterrahmen, die in einem anschließenden Test überprüft werden, ob sie auch genug Druck aushalten. Aber auch Bodenbeläge, Kabel und viele andere alltägliche Dinge werden aus PVC hergestellt, womit deutlich wird, dass PVC aus dem heutigen Alltag nicht mehr wegzudenken ist.

Am Ende des Exkursionstages gab es ein Abschlussgespräch, bei dem auch der Personalleiter der VESTOLIT, Herr Martin Rath, anwesend war. Es war sehr interessant zu hören, dass viele Unternehmen bei der Auswahl der Mitarbeiter/-innen nicht nur auf die gute fachliche Qualifikation Wert legen, sondern auch auf die persönliche Vita achten. Gewonnene Erfahrungen, etwa bei sozialen Engagements oder bei Auslandsaufenthalten, sind durchaus von Vorteil, auch wenn man dadurch schon etwas älter sein sollte.

An dieser Stelle bedanken wir uns noch einmal ganz herzlich bei der VESTOLIT, die diese Exkursion möglich gemacht hat und hoffen, dass weiterhin ein Kontakt zu unserer Schule bestehen bleibt, damit auch folgende Jahrgänge die Möglichkeit erhalten, die „Lehrbuchchemie“ auch in der großtechnischen Anwendung erleben zu dürfen.

Susanne Rhode