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Ab in den Pott! – Exkursion der Erdkundekurse ins Ruhrgebiet

Exkursion Erdkunde Essen klein
Alle Erdkundeschülerinnen und -schüler der Oberstufe machten sich am Mittwoch, dem 16. Januar, frühmorgens auf den Weg ins Ruhrgebiet, um die im Unterricht besprochenen Inhalte zum „Strukturwandel im Ruhrgebiet“ praktisch und greifbar vor Ort zu erfahren. Begleitet wurde die Gruppe von den Erdkundelehrerinnen und -lehrern Frau Thiemann, Frau Schwarz, Herrn Steinfadt sowie Herrn Wolfarth, der die Fahrt auch organisiert hatte. Nach etwa 2 ½ Stunden erkannten wir schon von Weitem das Markenzeichen der Zeche Zollverein in Essen, den Doppelbock-Förderturm. Bei unserer Ankunft wurden wir herzlich empfangen. Wir begannen unsere Führung bei einem Diplom-Geographen, der uns zum Einstieg einen Überblick über die gewaltigen Ausmaße der Zeche bot. Wir hatten einen Ausblick über das ganze Zechengebiet und konnten genau sehen, wo was gestanden hatte oder immer noch steht.

Schließlich verfolgten wir den Weg der Kohle von der Förderung bis hin zur Verarbeitung. Die verschiedenen Arbeitsschritte wurden durch Projektionen, an den jeweiligen Maschinen, sehr anschaulich dargestellt. So hatte man einen guten Einblick „hinter die Wände“ der stillgelegten Gerätschaften und konnte sich deren Funktionsweise sehr gut vorstellen. Außerdem verdeutlichten Soundeffekten die Geräuschkulisse in der Zeche und kleine Filmsequenzen machten die vergangene Zeit erlebbar. Zum Beispiel wurde uns ein originaler Werbefilm aus der Zeit des großen Aufschwungs der Bergbauindustrie gezeigt. Dieser stellte deutlich die schlechten Arbeitsbedingungen unter Tage dar. Dennoch schreckten die jungen Männer nicht vor der Arbeit zurück, denn die gute Bezahlung lockte. Nach der sehr aufschlussreichen Führung wurde uns die Möglichkeit geboten, ein internes Museum über den Wandel im Ruhrgebiet zu besuchen.

Kurz darauf verließen wir die Zeche und machten uns auf zu dem riesigen Einkaufszentrum in Oberhausen, das auf einem alten Industriegelände errichtet wurde. Die Rede ist vom berühmten „CentrO“. Hier konnten wir uns noch einmal den Strukturwandel im Ruhrgebiet bewusst machen und wir hatten nun zwei Stunden Zeit, das Gelände genauer zu erkunden. Vollbeladen mit neuen Eindrücken fuhren wir wieder zurück nach Kassel.

Interview mit Marlene und Hannah:

Marlene: „Hat dir der Tag im Ganzen gefallen?“

Hannah: „Zu meiner Überraschung, ja! Ich hatte eher einen gewöhnlichen Museumstag erwartet. Es war viel Praktisches dabei, was den Tag sehr abwechslungsreich gestaltete.“

M: „Was hat dich denn besonders beeindruckt?“

H: „Die Bedingungen unter Tage fand ich unheimlich erschreckend, als uns unser Experte Geschichten und Bilder näher brachte. Die Arbeiter trugen – wenn überhaupt – nur dünne Lederhelme, von Atem- und Gehörschutz war nie die Rede und wir konnten am eigenen Leib erfahren, welchen körperlichen Belastungen die sogenannten ‚Kumpels‘ damals ausgesetzt waren. Wir durften zum Beispiel einige schwere Geräte und Werkzeuge anheben oder die extrem kalten Temperaturen erleben. Immerhin war es Winter und die Hallen hatten so gut wie keine Dämmung, geschweige denn eine Heizung.“

M: „Konntest du einen Bezug zum Unterricht herstellen?“

H: „Ja, das konnte ich. Wir hatten lange über den Strukturwandel im Ruhrgebiet gesprochen und daher gab es viele Merkmale, die einem bekannt vorkamen. Alle Städte des Ruhrgebiets gehen ineinander über und es gibt kaum eine ‚Grüne Wiese‘. Die ehemaligen Schuttplätze dienen heute als Wohngebiete oder Parks und werden so optimal genutzt. Das beste Beispiel war das  ‚CentrO‘ in Oberhausen, welches auf einer Industriebrachfläche gebaut wurde. So wurde aus einer ungenutzten Fläche ein Shoppingparadies.“

M: „Würdest du solch eine Fahrt anderen Kursen empfehlen?“

H: „Auf jeden Fall! Trotz der Kälte war es ein riesiger Spaß, den ich auch anderen gönnen würde. Das Verhältnis zwischen trockenen Informationen und praktischem Lernen ist gut gelungen. Ich bin sicher, alle Schüler und auch Lehrer haben wertvolle Eindrücke und Erfahrungen mit nach Hause genommen und werden diesen Tag gut in Erinnerung behalten.“

Marlene Münch und Hannah Dölle, Jahrgangsstufe Q2