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書き初め Kakizome: Die erste Kalligraphie des neuen Jahres

Auf dem ersten Stammtisch im neuen Jahr haben Teilnehmer der Japanisch-AG den seit der Edo-Zeit (1603-1868) bestehenden Brauch 書き初め (kakizome) gepflegt. Ähnlich wie wir uns „gute Vorsätze“ für das neue Jahr vornehmen, schreibt man in Japan Anfang Januar eine Kalligraphie mit Schriftzeichen, die einen Bezug zu dem neuen Jahr hat. In Anbetracht des bevorstehenden Abiturs der AG-Teilnehmer waren dies Schriftzeichen wie zum Beispiel 合格 (gôkaku) „Prüfungserfolg“, 必勝 (hisshô) „sicherer Sieg“, aber auch 健康 (kenkô) „Gesundheit“. Eine echte Herausforderung war das Abschreiben einer auf Chinesisch geschriebenen Sutra, der 般若心経 (Hannya-shingyô) „Sutra der höchsten Erleuchtung“. Bei dieser Übung geht es weniger darum, den Text zu verstehen, als um Konzentration und exakte Umsetzung der Vorlage.
Beim anschließenden Kartenspiel, das in Japan von Kindergartenkindern gespielt wird, gewinnt derjenige, der die japanischen Silbenzeichen möglichst schnell findet.
Zu Neujahr darf natürlich Mochi nicht fehlen, gestampfter klebriger Reis, der süß oder herzhaft zubereitet wird. Unser süßes Schokoladen-Mochi – frisch aus Taiwan importiert – genossen wir zu mit geröstetem Naturreis gemischtem grünem Tee.

Petra Speh-Rothaug